Prävention: «Im Kampf gegen Trickdiebstähle»

Urs Saner, Trickdieb-Experte, informiert, gibt Tipps und zaubert

Bericht zum Jakobshoftreff vom 24. März 2026 von Simone Tacheron

Urs Saner ist nicht zum ersten Mal zu Besuch als Trickdieb-Experte bei uns in Sissach an einem Jakobshoftreff. Vor ziemlich genau 12 Jahren, am 25. März 2014, durften wir ihn bereits einmal willkommen heissen.

Gleich nach seiner Begrüssung fragt Urs Saner, wem unter anderem ein Kittel, eine Handtasche und eine grössere, mit einem Laptop bestückte Tasche fehlen würden. Die Gegenstände finden schnell wieder zu ihren Besitzern zurück. Die Überraschung und auch Betroffenheit ist jedoch gross, nicht nur bei den «bestohlenen» Personen.

Urs Saner gibt auch immer wieder Müsterchen seiner Fähigkeiten als Zauberer zum Besten. So wird ihm eine Hundert-Franken-Note, speziell gekennzeichnet, ausgehändigt, von der wir gegen Ende des Referats wieder hören würden.

In der folgenden Stunde zeigt der Referent anhand von zahlreichen Beispielen, wie wir uns vor (Trick-)Diebstählen wesentlich besser schützen können. Es seien hier nur ein paar Beispiele aufgeführt: Im Gedränge lohnt es sich, Handtaschen mit der Öffnung gegen die Körperseite zu tragen. Wertsachen, Ausweise und Mobiltelefon sollten auf verschiedene verschliessbare Innentaschen der Kleidung verteilt werden. Auch ein Rucksack gehört im Gedränge auf der Vorderseite des Körpers getragen und beschützt. Aus diesen lässt es sich gemäss Urs Saner leicht stehlen. So reichen den Dieben unter anderem kleinste Cuttermesser, um einen Rucksack aufzuschneiden und sich des Inhaltes zu bedienen.

Wie schnell Handtaschen, die auf dem Boden oder aber (unbeaufsichtigt) am Stuhl hängen, wegkommen können, wird den Anwesenden eindrücklich vor Augen geführt. Jacken, die über einer Stuhllehne hängen, können durch einen Trickdieb, der hinter dem Opfer sitzt, mit einem Tuch abgedeckt und die Jackentaschen nach Wertsachen durchsucht werden, ohne dass es auffällt.

Ein zentraler Punkt ist auch, Taschen und Gepäck nie unbeaufsichtigt zu lassen. Trickdiebe können zum Beispiel Papiertüten, denen der Boden fehlt, über eine Tasche stülpen und diese ohne Aufsehen mitnehmen.

Urs Saner und seine Frau präsentieren den Anwesenden auch viele Hilfsmittel, um sich vor Diebstahl zu schützen. So unter anderem Brustbeutel oder Geldgürtel, die unter der Kleidung getragen werden, Beutel zur Fixierung am Unterschenkel, einen Schal mit selber eingenähtem Täschchen (gibt’s nur in Eigenkreation von Frau Saner, dient jedoch als Ideengeber), eine kleine Umhängetasche inkl. Träger, in welche Metalldrähte eingenäht sind und die so nicht auf- bzw. nicht durchgeschnitten werden können. (Siehe beigefügte Fotos)

Zu guter Letzt stellt sich dann doch noch die Frage, wo die Hundertfranken-Note ist, die Urs Saner zu Beginn der Veranstaltung an sich genommen hat. Sie befindet sich zum grossen Erstaunen aller in einer unversehrten Zitrone, die aufgeschnitten die Hunderternote fein säuberlich zusammengefaltet freigibt. Die nasse Geldnote wird unter grossem Applaus der dankbaren Besitzerin wieder zurückgegeben.

Urs Saner (1947) war als Zauberer Orsani während 34 Jahren gemeinsam mit seiner Frau auf der ganzen Welt unterwegs und gewann in dieser Zeit zahlreiche Preise. 1983 gewann er den europäischen Meistertitel. Daneben arbeiteten beide Vollzeit. Seit Beendigung seiner Karriere als Zauberer war er als Trickdieb-Experte, unter anderem auch im Auftrag der Polizei, unterwegs zum Beispiel in Schulen und Altersheimen und hielt Vorträge. Sein Ziel war immer, Menschen mit seinem Wissen und Prävention vor Trickdiebstählen zu schützen.

Für Urs Saner war der Anlass im Jakobshof gemäss eigenen Angaben sein letzter Auftritt als Trickdieb-Experte. Wir danken ihm an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für seinen Beitrag und hoffen, dass die Teilnehmenden viel von seinem Wissen, Hinweisen und anschaulichen Beispielen profitieren konnten...



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